Die mallorquinische Küche ist bäuerlich und maritim geprägt, deftig und sehr gut, doch in den touristischen Zonen an der Bucht dominieren internationale Speisekarten mit Tiefkühlpaella und Pizza. Um echte mallorquinische Küche zu essen, muss man ins Landesinnere fahren, zu den Cellers und Dorfrestaurants. Dieser Ratgeber liefert die Schlüssel und die Gerichte, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Die Regel: Je weiter man sich von der Strandpromenade von Magaluf oder s'Arenal entfernt und je tiefer man in die Dörfer eintaucht (Sineu, Inca, Algaida), desto besser isst man.
Das Unverzichtbare
Ensaïmada. Das Spiralgebäck schlechthin, hergestellt mit Schweineschmalz (saïm). Pur oder gefüllt mit Kürbismarmelade; es gibt auch eine herzhafte Variante mit Sobrasada. Zum Frühstück oder als Nachmittagssnack.
Sobrasada. Die streichfähige Wurst aus Schweinefleisch und Paprika, mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Wird pur, mit Brot oder warm mit Honig gegessen.
Pa amb oli. Dunkles Brot mit Öl, eingeriebener Ramellet-Tomate, Salz und obenauf Käse oder Schinken. Einfach und suchterzeugend.
Tumbet. Geschichtetes Ofengemüse (Kartoffel, Aubergine, Paprika) mit Tomatensauce. Die Star-Beilage.
Frit und Arròs brut. Das Frit mallorquí (Innereien mit Kartoffel und Gemüse) und der Arròs brut, ein "schmutziger" suppiger Reis mit Fleisch und Wild, löffelweise genossen.
Wo man gut isst
| Ort | Wonach man suchen sollte |
|---|---|
| Cellers (Inca, Sineu, Algaida) | Traditionelle mallorquinische Küche |
| Mercat de l'Olivar / Santa Catalina (Palma) | Tapas und frische Produkte |
| Dorfmärkte (Sineu, mittwochs) | Lokale Atmosphäre und Produkte |
| Dörfer der Tramuntana | Orangen aus Sóller, Öl, Eiscreme |
Zum Trinken
Weine der Herkunftsbezeichnungen Binissalem (mit der Rebsorte Manto Negro) und Pla i Llevant, die immer besser werden. Als Digestif die mallorquinischen Kräuterliköre (süß, trocken oder gemischt), ein sehr typischer Kräuterschnaps.
Süßspeisen und Saisonales
Neben der Ensaïmada gibt es den Gató (Mandelkuchen, der mit Eis serviert wird), und in der Karwoche die Robiols und Crespells. Die Mandel spielt die Hauptrolle (im Januar und Februar verwandelt sich die Insel in ein Blütenmeer).
Was wir NICHT empfehlen
- In der ersten Reihe von Magaluf oder s'Arenal essen. Internationale Speisekarten und Touristenpreise.
- "Paella" an einem Ort mit laminierten Fotos bestellen. Das ist nicht die Küche der Insel; suche lieber Arròs brut oder Tumbet.
- Einen Celler auslassen. Dort isst man wirklich mallorquinisch.
Typische Fehler
⚠️ Hinweis: die Fehler, die wir am häufigsten sehen.
- Zum Essen nur an der touristischen Küste bleiben. Im Landesinneren wird alles besser.
- Die Sobrasada nicht mit Honig probieren. Eine überraschende Kombination.
- Ensaïmada an irgendeinem Ort kaufen. Kaufe sie in einer angesehenen Bäckerei; man schmeckt den Unterschied.
In einem Satz
Essen auf Mallorca mit Kennerblick bedeutet frische Ensaïmada aus der Bäckerei, Sobrasada mit Honig, Pa amb oli und ein Arròs brut in einem Dorf-Celler, weit weg von der touristischen Promenade. Wir ordnen das ein in Was man auf Mallorca sehen sollte.